proQ Frontier Elite Series Langzeittest

proQ Frontier Watersmoker Test

Inzwischen ist der proQ Frontier Elite Series Watersmoker über ein Jahr im intensiven Gebrauch – Zeit für ein Fazit.

Der Lieferumfang

Im Lieferumfang des proQ Frontier Elite Watersmokers ist ein Deckel mit Thermometer und einem Luftregler, zwei Stacker mit jeweils einem Rost, eine Wasserschale, Fußteil mit drei Luftreglern und Kohlekorb, Bedienungsanleitung, Rezepte und weiterer Papierkram.

Daten und Fakten

Der proQ Watersmoker ist 102cm hoch und er hat 43cm Durchmesser. Mit insgesamt 13 Kilo ist er nicht gerade ein Leichtgewicht, das hohe Gewicht spricht für mich aber für eine gute Verarbeitung. Die Grillroste haben knapp jeweils 40cm Durchmesser, das reicht für drei Schweinenacken oder zwei kleinere Schweineschultern pro Rost. Mit dem IKEA-Deckelhalter „Variera“ als Rippchenhalter kann ich 8 Racks ohne Probleme unterbringen, habe aber auch schon 20 gerollte Ribs auf einem Rost gesehen. Beim Beef Brisket kann es allerdings kritisch werden, für solch große Projekte würde ich eine größere Variante mit 50cm Durchmesser empfehlen. Die 40cm-Variante “Frontier” liegt derzeit bei rund 310,- EUR, mit 48cm Durchmesser und im Preis enthaltenen Edelstahlrosten in der Premium-Version “Excel” legt man derzeit knapp 410,- EUR auf den Tisch.

Modularer Aufbau

Der modulare Aufbau ist in meinen Augen das größte Kaufargument für einen proQ Watersmoker. Die einzelnen Grillebenen, genannt “Stacker”, sind jeweils mit zwei Griffen und einem Rost (ebenfalls mit Griffen) ausgestattet und können einzeln herausgenommen und bequem getragen werden. Das ist besonders nützlich, wenn die Speisen auf dem unteren Rost fertig sind: Man muss nicht im Grill rumfummeln und müßig die Roste austauschen, sondern baut die entsprechende Grillebene einfach aus. Jeder Stacker hat zudem eine Durchführung für ein Thermometerkabel.

Beef Jerky auf dem proQ WatersmokerDie Wasserschale passt ebenso in jeden Stacker, so lässt sich auch diese sehr flexibel nutzen. In der Praxis kam das bei mir aber noch nicht vor; eigentlich ist der Wechsel des Rosts im laufenden Betrieb dann doch leichter. 😉 Nichts desto trotz: Der modulare Aufbau vereinfacht die tägliche Handhabung immens.

Zusätzliche Stacker kann man für unter 90,- EUR z.B. bei Amazon bestellen, so sind (übrigens alle proQ-Modelle) stetig erweiterbar und der Smoker kann in ungeahnte Höhen gebaut werden. 😉 Ein großer Vorteil ist für mich aber die Möglichkeit, den Garraum zu verkleinern: Dadurch passt der voll funktionale Watersmoker nämlich stehend in unseren Kofferraum. Seitlich passt noch eine Kühlbox für Fleisch und Getränke – Was will man mehr? 😉

Der Deckel hat drei Luftauslässe, ein Thermometer (Celsius und Fahrenheit) und einen (in der aktuellen Version überarbeiteten,) soliden Griff. Im Inneren des Deckels versteckt sich zudem ein kleines Gestänge, in dem man Fisch, Käse oder Schinken zum Räuchern einhängen kann.

Der untere Teil mit den Füßen ist außerdem mit einer Halterung für ein Grillrost ausgestattet. So kann der proQ Watersmoker auch als kleiner und mobiler Kugelgrill genutzt werden. So ist er inzwischen die größere Alternative zu meinem Weber Smokey Joe geworden. Alle Teile werden durch kleine aber solide Spannen zusammengehalten.

Grilleigenschaften

Im Grunde genommen funktioniert der proQ Watersmoker wie jeder andere Watersmoker. Über die Luftzufuhr am unteren Ende und die Kohlemenge wird die Temperatur gesteuert. Darüber hängt eine Schale, die mit Wasser gefüllt wird. Das Wasser sorgt für eine konstantere Temperatur, ein schnelleres und zum Teil saftigeres Garen. Durch die große und recht tief hängende Wasserschale wird in meinen Augen sogar etwas Durchzug, z.B. bei starkem Wind, verhindert. Dadurch bleibt die Temperatur über Stunden hinweg sehr konstant. Bei einem sauber gelegten Minion-Ring springt das Thermometer (digital gemessen) nur um +/- 5°C in der Nacht.

Selbstgeräucherte Chipotle-Chilis auf dem proQ WSMDie Luftumwälzung ist sehr gut, Rauch und Hitze werden gleichmäßig verteilt. Zwischen den einzelnen Grillebenen herrscht kaum Temperaturunterschied. Wenn ich so darüber nachdenke, kann ich mich auch an keinen gravierenden Temperaturunterschied beim langen Garvorgängen erinnern. Ich glaube, ich habe auch noch kein einziges mal die Ebenen miteinander getauscht, um Temperaturunterschiede zu kompensieren. Durch die höhere Luftfeuchte direkt über der dampfenden Wasserschale ist die Temperatur auf dem unteren Rost zwar etwas niedriger, der Wärmeaustausch zwischen Luft und Fleisch wird durch mehr Wasserpartikelchen in der Luft aber beschleunigt – Dadurch gart das Fleisch schneller und wenige Grad Temperaturunterschied werden quasi ausgeglichen.

Die Reinigung

Mit wenigen Handgriffen ist der Grill gereinigt, dafür wird der untere Teil ausgespannt und die Kohle ausgeschüttet. Die Roste in der Elite Series sind in der Pro Series aus verchromtem Stahl und wandern bei mir in regelmäßigen Abständen mit in die Spülmaschine. Die innenliegenden Wände werden bei mir nur mit einer trockenen Spülbürste grob abgebürstet. So wird nur oberflächlicher Ruß abgetragen und eine Patina bleibt zurück, die das Metall vor Rost schützt. Die Wasserschale benötigt keine weitere Pflege, wenn man sie nach jeder Benutzung grob mit Küchenrolle auswischt und gut abtrocknet.

Die Außenhaut ist lackiert und sollte deswegen mit Vorsicht behandelt werden. Ich nutze zur gelegentlichen Reinigung daher nur ein Mikrofasertuch und etwas Wasser mit Spülmittel. Damit sich keine Feuchtigkeit in Ritzen setzt und dort Rost verursacht, wische ich den proQ Frontier nur ab, wenn er gerade läuft. So verdunstet das Wasser direkt wieder und Rost hat keine Chance. Bisher hat sich das sehr gut bewährt.

Griff am Deckel des proQ Frontier WSMBesondere Vorkommnisse mit dem proQ Frontier Elite

Eigentlich gab es nur ein Vorkommnis nach über einem Jahr, als der Handgriff vom Deckel gebrochen ist. Ich habe mich dann per Facebook an proQ Smokers gewandt und innerhalb von 5 Tagen einen neuen Deckelhalter aus der Folgegeneration der Elite Series im Briefkasten. Der Griff ist jetzt rot, was den proQ Watersmoker sogar noch etwas aufhübscht. 🙂 Zum amerikanischen Support bzw. Kundenservice kann ich mich demnach bis jetzt nur positiv äußern, in Deutschland steht aber auch BBQ Scout als Reseller zur Verfügung.
Die Schrauben am Fußteil habe ich inzwischen einmal nachziehen müssen – Der Grill wird bei mir aber auch extrem viel bewegt und sehr häufig verwendet.

Zubehör und Erweiterungen

Wie oben schon gesagt, kann ein proQ Watersmoker nach oben hin vergrößert, aber auch verkleinert werden. Daneben gibt es jede Menge Zubehör: Grillkorb, Rotisserie, Aufsätze für doppelte Grillroste pro Stacker, passende Räucherschnecken, Grillrost für den proQ-Anzündkamin und vieles mehr. Aufsätze für Pizza-Sets oder zum Spießgrillen habe ich leider noch nicht gesehen – Die gibt es aber, soweit ich weiß, auch nicht für die in Europa bekannten Marken.

proQ Frontier Watersmoker TestberichtFazit zur proQ Frontier Elite Series:

Man kann es nicht anders sagen: Ich liebe meinen proQ Frontier! Der Grill hat mich noch nicht im Stich gelassen, er steht nach wie vor grundsolide im Fuhrpark und wird regelmäßig genutzt – Vor allem als Zugpferd bei schlechtem Grillwetter. Es gibt bisher keine Roststellen, die Seitengriffe tragen auch einen mit vielen Kilos beladenen Grill, und auch die neue Version des Deckelgriffs passt jetzt optisch und qualitativ zum Rest des Smokers. proQ ist in Europa noch der totale „underdog“ im Segment der Watersmoker, in Amerika und Australien aber haben die Smoker vorallem im professionellen Segment Rang und Namen. Und vielleicht sieht man die proQ Smoker ja auch bald öfter bei uns – Ich bin mit dem Frontier jedenfalls total zufrieden und kann wärmstens zum Kauf raten, falls Ihr gerade auf der Suche nach einem günstigen und hochwertigen Smoker seid. 🙂

Postet gerne Eure Erfahrungen als Kommentar unter den Text, ich bin auf Eure Meinungen sehr gespannt. 🙂 Unter folgendem Link findet Ihr weitere Rezepte und Artikel zum proQ Frontier Watersmoker.

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