LeMax Grillplatte im Test

LeMax Grillplatte

Grillplatten kenne ich eigentlich nur aus der Gastronomie. Mit der LeMax Grillplatte ist jetzt eine wirklich interessante Alternative für den Heimgebrauch auf den Markt gekommen. Ein Test.

In vielen Burgerbuden und Restaurants findet man Grillplatten, auf denen hauptsächlich Fleisch zubereitet wird. Die hohen Temperaturen und ebenen Flächen sorgen für gleichmäßige Röstaromen auf der Oberfläche vom Fleisch. Zugegeben, die Grillmuster sehen hübsch aus – Mehr Geschmack gibt’s aber, wenn’s überall und nicht nur im Rautenmuster knusprig braun wird. Bis jetzt konnte man Burgerpatties nicht auf dem Ceranfeld braten, wie diese Dokumentation aus dem Bildungsfernsehen beweist.

LeMax GrillplatteWarum die LeMax Grillplatte?

Wenn ich Gäste empfange und der Grill kalt bleibt, wird die Pfanne meistens umso heißer. Da kommt es nicht selten vor, dass zu wenig Bratfläche vorhanden ist, um mehrere Steaks oder Patties gleichzeitig zu brutzeln. Das in Deutschland sehr beliebte Raclette mit dem “heißen Stein” vereinfacht das Ganze, denn hier könnte sich eigentlich jeder Esser sein eigenes Steak brutzeln… zumindest in der Theorie. In der Praxis scheitert es aber meistens an den erforderlichen Temperaturen. Ist ein Stück Fleisch angebraten, ist es aufgrund der geringen Temperatur meist schon fortgeschritten gegart. Die LeMax Grillplatte (Typ “LeMax Grill II GR 495165-E) soll da anders sein und lockt in der Artikelbeschreibung mit hohen Temperaturen. Für mich war nach dem Auspacken beim ersten Anblick klar: Mit einer Kochfläche von 33,5 x 33,5 Zentimetern ist in jedem Fall genug Platz für 8 Personen vorhanden. Aber was leistet das Gerät?

LeMax GrillplatteDie Temperaturen

Bevor ich irgendwelche Lebensmittel auf die Bratfläche gelegt habe, wollte ich wissen, wie heiß das gute Stück denn wird. Das insgesamt zwei Meter lange Kabel lässt sich nicht verstecken, ein auffallendens Luxusproblem beim Einstecken in die Steckdose. Dann habe ich auf Stufe 12 gestellt; mal sehen wie heiß die vor sich hin surrende LeMax Grillplatte überhaupt wird! ;-)
Die Antwort: Ich habe keine Ahnung, denn nach etwa 2 Minuten hat bei 250°C mein Infrarot-Thermometer nicht weiter messen wollen. Da das Gerät noch weiter aufheizte kann ich sagen, dass die Temperaturen für Steaks und Burger in jedem Fall ausreichend sind und vom Gefühl her die Temperaturen in der Pfanne sogar übersteigen – Ist ja auch irgendwie klar, denn die Pfanne kann nicht heißer als jeweilige Ceranfeld werden.

Nachtrag: Laut Herstellerangaben heizt der LeMax bis auf 380°C. Das ist nicht verkehrt! ;-)

Die Hitzeverteilung auf der Platte

Recht gleichmäßig dehnt sich die steigende Hitze auf dem großen Ceranfeld aus. Im inneren Bereich ist die heißeste Zone, nach außen hin sind die Temperaturen etwas geringer. Bei der für mich messbaren Grenze von 250° Celsius im Zentrum war die Temperatur an den äußeren Zonen etwa 15-20°C kälter. Dadurch eignet sich die Platte auf niedriger Stufe auch super zum “warmhalten” von punktgegartem Fleisch, ohne den Garpunkt zu verändern.

LeMax Grillplatte BaconFirst Level: Bacon!

Als erstes habe ich – Wie sollte es auch anders sein? – Bacon aufgelegt und den mit der Restwärme vom Vorheizen gebraten. Mir war bewusst, dass über 250°C eigentlich noch zu viel Hitze für den Bacon ist. Ich wollte dennoch sehen, wie lange sich die Temperaturen der 2300 Watt-Maschine in der Platte halten. Beim Auflegen verbrannten die Ecken des Bauchspecks, eine Minute nach dem Ausschalten musste ich die Hitze aber schon wieder auf Stufe 6 stellen. Die Platte reagiert also schnell auf Schwankungen und die Temperaturen lassen sich flexibel regulieren, das verhindert z.B. beim Brutzeln mit mehreren Personen ein starkes Anbrennen verschiedener Lebensmittel.

Next Level: Spiegelei.

Nach dem Bacon habe ich dann ein Spiegelei gebraten. Mich hat interessiert, wie das Ei sich auf der Platte verhält: Brät es an, verbrennt es vielleicht sogar stellenweise? Aber nichts dergleichen trat ein, die Glasfläche der LeMax Grillplatte blieb sauber und das Ei liess sich super lösen und verschieben. Das wenige Fett vom Bacon reichte aus, um ein Anbraten ohne Verbrennen zu ermöglichen, auch von beschichteten Pfannen kenne ich das in dem Außmaß nicht. Hier ein kleines Video zur Demonstration:


LeMax Grillplatte Wagyu Burger OTTO GOURMETWagyu Burger auf der LeMax Grillplatte

Am Abend habe ich dann noch einen Steakhouse Wagyu-Burger von OTTO GOURMET inklusive der zugehörigen Burgerbrötchen gebraten. Das sind Burger-Sets mit super Buns und köstlichem Wagyu-Fleisch von der Morgan Ranch aus Nebraska, USA. Bun und Patty konnten mit einem super Handling gebraten werden, die Krusten konnten sich sehr gut sehen lassen. Unten etwas BBQ-Sauce, oben etwas Mayo, auf dem Patty nur etwas mittelalter Gouda – Perfekt! Wenn man die Temperaturen einschätzen kann, macht das Gerät sogar richtig viel Spaß! Für einen Elektrogrill, der die LeMax Grillplatte schlussendlich noch immer ist, war das für mich bisher ein überraschend positives Ergebnis.

LeMax Grillplatte ReinigungDie Reinigung

Nach dem Gebrauch kommt natürlich auch noch die Reinigung. Die ist extrem leicht, weil man mit dem mitgelieferten Schaber festgebrannte Reste einfach abkratzen kann. Die Oberfläche scheint recht Widerstandsfähig zu sein, denn nach ein paar Nutzungen konnte ich noch keine Kratzer im Ceran-Glas erkennen. Die gelblichen Krusten auf dem Bild kommen übrigens vom Käse, der vor dem Auflegen auf den Burger durch das Wagyu- und Baconfett auf der Grillplatte gezogen wurden. ;-)

Das Fazit

Insgesamt muss ich sagen, dass ich positiv überrascht bin. Elektrogrills stehe ich als Vollblutgriller kritisch gegenüber, die LeMax Grillplatte ist für den Indoor-Bereich aber sehr gut geeignet und eine echte Alternative zu Pfanne, heißem Stein und/oder Raclette. Auch bei Parties kann ich mir vorstellen, dass der LeMax ein gutes Gerät ist, um mehrere Gäste gleichzeit verköstigen zu können. Die regulierbaren zwölf Stufen lassen von brennend heiß bis lauwarm eigentlich alles zu, sodass die Einsatzmöglichkeiten auch abseits vom aktiven Kochdienst recht vielseitig sind. Da auch Töpfe und Kessel auf der Platte warm werden, kann man auch konventionell darauf kochen. Für mich war das eine überraschend gute Erfahrung in Sachen “Elektrogrills”, ich kann den LeMax Tischgrill wirklich empfehlen.

Beachtet auch die anderen LeMax-Rezepte:

  • Dieser Artikel ist ein Produkttest

6 Kommentare

  • Ist ja echt geistreich hier erst von Temperaturen zu sprechen und dann „versagt“ das Infrarot-Thermometer. Sollte man vielleicht eins kaufen das höhere Temperaturen messen kann bevor man hier gross nen Blog schreibt…

    • Danke für diesen kritischen Kommentar, Herr Werner. Für eine Maillard-Reaktion sind theoretisch Temperaturen von 140-180°C ausreichend, insofern kommt dieser nicht vollends ausgeführten Messung doch die Bedeutung „Reicht dicke zum scharfen Anbraten!“ zu. Schade, dass sie in dem Beitrag ohne diese Angabe keinen Mehrwert sehen, ich versuche die fehlende Information noch für Sie nachzuliefern. VG!
      /Nachtrag: Laut Herstellerangaben erreicht die Grillplatte 380°C.

  • Habe gerade in einem Test gelesen, daß die Reinigung eine extrem schwieriger Vorgang ist, vor allen Dingen, wenn man Steaks gebraten hatte. Die Verkrustung ist nur ganz schwer zu entfernen. Und hier schreibt Thomas H, das sei ein Kinderspiel.

    • Hallo Hans! Ja, die Reinigung ist leicht, wie bei einem Ceranfeld. Kann auch heute noch nichts schlechtes über das Gerät sagen. VG

  • Sind Sie sicher das man in Töpfen darauf kochen kann? Ich habe gelesen das es nicht geht. Das wäre für mich Argument ihn zu kaufen

    • Das funktioniert! Im Grunde genommen ist es ja nur ein großes, extra beschichtetes Ceranfeld. Du kannst sogar Induktionstöpfe drauf stellen. VG!

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