Messer aus Solingen: Besuch bei Wüsthof

Wüsthof Solingen

Messer aus Solingen sind in der ganzen Welt für ihre Qualität und Langlebigkeit bekannt. Ich durfte bei Wüsthof hinter die Kulissen blicken und habe ein paar Fotos gemacht.

Wüsthof – Solinger Messer seit 1814

Im Eingangsbereich der solinger Werkhalle begrüßte uns Viola Wüsthof, die das Familienunternehmen Ed. Wüsthof Dreizackwerk KG inzwischen mit ihrem Cousin Harald in siebter Generation leitet. Als deren Vorfahren die Firma führten, waren noch dutzende Schmiede am Werk. Es war laut, die Luft dreckig und stickig. Heute ist das anders.

Wüsthof Messer aus SolingenWüsthof im Jahr 2015

Die modernen Zeiten zwingen viele Unternehmen zur Automatisierung, wie Viola Wüsthof erzählte. Und das nicht nur aus Gründen des Umwelt- und Arbeitsschutzes: Viele Manufakturen mussten schließen, weil die Herstellung geringer Stückzahlen mit den hohen Personalkosten in Deutschland nicht mehr wirtschaftlich war. Bei Wüsthof übernehmen daher inzwischen Roboter und Maschinen viele ursprünglich handwerkliche Schritte. Dafür wurden mitunter neue Verfahren entwickelt, um die bekannte Qualität und Schärfe sicherstellen zu können. Leider obliegen viele der Prozesse und Teile der Maschinen dem Betriebsgeheimnis, weswegen viel für mich futuristisch anmutendes nicht an die Öffentlichkeit darf. Ein paar Eindrücke möchte ich Euch dennoch nicht vorenthalten.

Wüsthof SolingenProduktion bei Wüsthof

Auch mit modernen Technikanlagen ist die Herstellung von hochqualitativen Messern kein Leichtes: Über 40 Arbeitsschritte sind nötig, um aus den aufgerollten Stahlplatten am Ende ein Messer formen zu können. So geschieht es mit über 1,7 Millionen Messern pro Jahr, also werden rund 5.000 Exemplare am Tag produziert. Dabei übernehmen um die 120 Roboter mit beweglichen Greifarmen verschiedene Aufgaben, bei denen höchste Präzision gefordert ist: Laser überprüfen Bewegungen, Scannen unterschiedliche Oberflächen und erreichen so Schliffe, deren Genauigkeit von Menschenhand nur sehr schwer erreicht werden kann. Dazu zählt wohl auch die bekannte Neigung von 28 Grad, die für den perfekten Wüsthof-Schliff erforderlich ist und die Messer extrem scharf macht. Einige Produkte werden von Hand geschärft, in diesen Räumen hängen aufgrund der ohrenbetäubenden Lautstärke der Schleifbänder Ohropax-Spender an der Wand.

Es war ein interessanter Besuch, vielen Dank für die Führung und die spannenden Einblicke! :-)

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